Luftwaffen-Stützpunkt Ringelnatter

Baupunkt 59 – Luftwaffen-Stützpunkt „Ringelnatter“:

Der Stützpunkt „Ringelnatter“ lag bei Houvig, rund vier Kilometer nördlich von Søndervig, unmittelbar südlich der Heeres-Küstenbatterie „Kryle“. Die Luftwaffen-Stellung diente in erster Linie der Auffassung feindlicher Flugzeuge und der Führung eigener Jäger über der Nordsee.


Mit dem Bau der „Ringelnatter“ wurde im Mai 1942 begonnen. Zunächst bestand die Stellung überwiegend aus hölzernen Baracken und provisorischen Anlagen. Auch die Auswertung der durch Flugwachen und Funkmessgeräte gemeldeten Flugbewegungen und deren Weitergabe an untergeordnete Dienststellen wurde zu diesem Zeitpunkt noch in einer standardisierten T-Baracke ausgeführt.
Anfang 1943 begann dann der Ausbau mit den ersten Regelbauten. Insgesamt entstanden bis Kriegsende neun dieser Bunker im Stützpunkt. Acht der errichteten Bauwerke waren verschiedene Unterstände und Geschützstände für die Luftverteidigung. Der 9. Bunker war ein zweigeschossiger Gefechtsstand vom Typ L487, der als Auswertung für die verschiedenen Funkmessgeräte und zur Jägerführung genutzt werden sollte.


Während des Krieges wurden verschiedene Funkmessgeräte von der Luftwaffe in der „Ringelnatter“ eingesetzt. Dazu gehörten unter anderem Anlagen der Typen „Wassermann S“ und „Wassermann M“, die abgesetzt nördlich und südlich aufgebaut waren. Während das nördliche Gerät auf einem einfachen Betonsockel stand, wurde für das südliche Gerät ein Regelbau vom Typ L480 errichtet. Zudem befand sich auf einem R622 ein eher seltenes Gerät mit dem Namen „Freya-Flamme“. Ein weiteres seltenes Gerät, ein ortsfestes „Freya“, mit einem kleinen Bunker daneben, wurde nicht mehr aufgestellt.


Von der ehemaligen Stellung sind heute noch Teile im Gelände erkennbar. Hierzu zählen mehrere erhaltene Regelbauten, Fundamente und einige Ringstände. Auf dem Weg nach Norden befinden sich im Anschluss die Bunker der Heeres-Küstenbatterie.
Sollte das Interesse geweckt sein tiefer in die Materie einzutauchen, bieten die „Ringkøbing Fjord Museen“ geführte Touren vor Ort an.

Der folgende Kartenausschnitt zeigt den Stand des Ausbaus im Juni 1944.


Folgende Bauwerke, Einheiten und Waffen waren soweit bekannt in der Anlage vorhanden:

Einheiten:Stand 15.01.1945
– 10. Ln.Rgt. 222
– Abt. Stab II Rgt. 222
Personalstärke:Stand 15.01.1945
– Luftwaffe: 222 Mann
Schwere Waffen:Stand 15.01.1945
– Keine
Leichte Waffen:Stand 15.01.1945
– 3x 8cm Granatwerfer
– 2x 2,5cm Flak Hotchkiss
– 27x M.G. 15
Funkmeßgeräte:1x Fu.M.G. 44 „Dreh-Freya“
2x Fu.M.G. 65 „Würzburg-Riese“
1x Fu.M.G. 451 „Freya-Flamme“
1x Wassermann M
1x Wassermann S
2x Y-Linie bestehend aus 1x Y-Peiler „Heinrich“ und 1x Entfernungsmeßsender „Hans“
Ringstände:9x MG-Ringstand
Munitions-Auffüllräume:1x L413 – Munitionsunterstand für leichten Flakzug
Unterstände:4x R622 – Doppelgruppenunterstand für 20 Mann
1x Betriebsgebäude für Fu.M.G. „Freya“ (verbunkert)
1x Zisterne
Leichte Flak und Scheinwerferstände:2x L409A – Geschützstand für 3,7cm Flak
1x L410 – Geschützstand für 3,7cm Flak mit Zugbefehlsstelle
Auswertung:1x L487 – Stand für Funkmeßgeräte-Auswertung Jägerführung „Bertha“

Fu.M.G. 451 „Freya-Flamme“:

Die folgenden Fotos zeigen den Unterbau für das „Freya-Flamme“ auf einem Regelbau des Typs R622.

Fu.M.G. 65 „Würzburg-Riese“:

Fu.M.G. 65 „Würzburg-Riese“:

Ringstand 58c:

Ringstand 58c:

Ringstand 58c:

Ringstand 58c:

Ringstand 58c:

Ringstand 58c:

Ringstand 58c:

R622 – Doppelgruppenunterstand für 20 Mann:

R622 – Doppelgruppenunterstand für 20 Mann:

Betriebsgebäude für Fu.M.G. „Freya“ (verbunkert):


Die folgenden Fotos zeigen das Betriebsgebäude für das verbunkerte „Freya“ und den dazugehörigen Sockel. Das Gerät selber wurde bis Kriegsende nicht mehr aufgestellt. Vorher befand sich auf der Düne an selber Stelle ein Y-Peiler „Heinrich“.


Die Fotos unten zeigen den Sockel für das ortsfeste „Freya“-Funkmessgerät.

Zisterne:

L409A – Geschützstand für 3,7cm Flak:

L409A – Geschützstand für 3,7cm Flak:

L410 – Geschützstand für 3,7cm Flak mit Zugbefehlsstelle:

L487 – Stand für Funkmeßgeräte-Auswertung Jägerführung „Bertha“:

(CC)