Baupunkt 49 – Stützpunkt „Lama“:
Der Stützpunkt „Lama“ lag unmittelbar nördlich der Heeres-Küstenbatterie 4./180 „Thyborön“ auf der schmalen Landzunge an der westlichen Einfahrt in den Limfjord.
Die Luftwaffe begann im Jahr 1942 mit dem Aufbau ihrer Funkmess- und Jägerleitstellung für diesen Abschnitt. Im Mittelpunkt stand dabei das Orten feindlicher Flugzeuge, die Auswertung der Lage und die Weitergabe der gewonnenen Informationen an untergeordnete Dienststellen.
Dokumentiert sind für die Luftwaffen-Stellung verschiedene „Freya“-Geräte, zwei „Würzburg-Riese“, ein Wassermann-Gerät sowie zwei Y-Linien. Während die Jägerleitung und Geräteauswertung anfänglich in einer T-Baracke untergebracht war, wurde im September 1944 ein doppelstöckiger Jägerleit- und Auswertebunker vom Typ L487 „Bertha“ errichtet.
Zum Schutz der Funkmessgeräte und der südlich gelegenen Heeres-Küstenbatterie waren zudem zwei Züge leichter Flak um den Stützpunkt gruppiert. Typischerweise errichtete die Wehrmacht dafür vier Regelbauten des Typs L409A, zwei L410 als Zugbefehlsstellen, zwei L413 und zwei L411A. Zur besseren Koordination der zwei Flakzüge entstand zudem ein Befehlsstand vom Typ L412.
Neben der Luftwaffe befanden sich auch einige Bunker des Stützpunktes in der Hand der Marine. Darunter ein Regelbau des Typs FL241, ein Doppelgruppenunterstand R622 und ein Gruppenunterstand R621 der als Verpflegungslager genutzt wurde.
In dem eigentlich als UGruKo-Stand entworfenen Bunker des Typs FL241 hatte die Marine ihre Auswertung für die von Nymindegab bis Vorupör aufgestellten Funkmessortunggeräte eingerichtet. Im Jahr 1989 wurde der Bunker von der Marineheimwehr neu hergerichtet.
Von Stützpunkt „Lama“ sind heute noch zahlreiche Bauwerke erhalten. Einige Anlagen sind teilweise mit Sand verfüllt und / oder abgedeckt oder stehen sogar unter Wasser. Die erhaltenen Anlagen gehören heute zum historischen Bestand und sind Teil des „Kystcentret Thyborøn“. Zudem befindet sich in dem ehemailigen UgruKo-Stand ein interessantes Museum.
Folgende Bauwerke, Einheiten und Waffen waren soweit bekannt in der Anlage vorhanden:
| Einheiten: | Stand 15.01.1945 – 11. Ln.Rgt. 222 – Marine Hafen Kdt. ArKo |
| Personalstärke: | Stand 15.01.1945 – Luftwaffe: 124 Mann – Marine: 73 Mann |
| Schwere Waffen: | Stand 15.01.1945 – Keine |
| Leichte Waffen: | Stand 15.01.1945 – 2x 8cm Granatwerfer – 3x 3,7cm Pak – 2x 2cm Flak 30 – 1x M.G. 13 – 17x M.G. 15 – 1x M.G. 34 – 4x M.G. 151 – 1x M.G. (f) |
| Funkmeßgeräte: | 2x Fu.M.G. 65 „Würzburg-Riese“ 1x Fu.M.G. 401 C „Freya LZ C“ 1x Fu.M.G. 450 „Freya A/N“ 1x Fu.M.G. „Freya“ (verbunkert) 1x Wassermann M I 2x Y-Linie bestehend aus 1x Y-Peiler „Heinrich“ und 1x Entfernungsmeßsender „Hans“ |
| Schartenstände: | 6x Flankierungs-Stand |
| Geschützstände: | 1x R600 – Geschützstellung für 5 cm Kw.K. |
| Ringstände: | 5x MG-Ringstand |
| Munitions-Auffüllraum: | 2x L413 – Munitionsunterstand für leichten Flakzug |
| Unterstände: | 1x R621 – Gruppenunterstand für 10 Mann 6x R622 – Doppelgruppenunterstand für 20 Mann 1x Betriebsgebäude für Fu.M.G. „Freya“ (verbunkert) |
| Leichte Flak und Scheinwerferstände: | 4x L409A – Geschützstand für 3,7cm Flak 2x L410 – Geschützstand für 3,7cm Flak mit Zugbefehlsstelle 2x L411A – Unterstand für Flakscheinwerfer 60cm 1x L412 – Befehlsstand für leichte Flak-Batterie |
| Gefechtsstände: | 1x R610 – Gefechtsstand für eine verstärkte Kompanie 1x FL241 – UGruko-Stand |
| Auswertung: | 1x L487 – Stand für Funkmeßgeräte-Auswertung Jägerführung „Bertha“ |
| Panzersperren: | 1x Panzermauer |
Die folgenden Fotos wurden, soweit nicht anders beschriftet, von Kurt Stigaard zur Verfügung gestellt.
Fu.M.G. 65 „Würzburg-Riese“:



Wassermann M I:

Betriebsgebäude für Fu.M.G. „Freya“ (verbunkert):

Die beiden Fotos unten zeigen das Betriebsgebäude des Fu.M.G. „Freya“ (verbunkert).


Flankierungs-Stand:


Flankierungs-Stand:


Ringstand 58c:



L413 – Munitionsunterstand für leichten Flakzug:



R621 – Gruppenunterstand für 10 Mann:





R622 – Doppelgruppenunterstand für 20 Mann:




R622 – Doppelgruppenunterstand für 20 Mann:








R622 – Doppelgruppenunterstand für 20 Mann:


L409A – Geschützstand für 3,7cm Flak:



L409A – Geschützstand für 3,7cm Flak:




L410 – Geschützstand für 3,7cm Flak mit Zugbefehlsstelle:





L410 – Geschützstand für 3,7cm Flak mit Zugbefehlsstelle:


L411A – Unterstand für Flakscheinwerfer 60cm:




FL241 – UGruko-Stand:




L487 – Stand für Funkmeßgeräte-Auswertung Jägerführung „Bertha“:

Die folgenden Fotos zeigen den Regelbau L487. Es wird davon abgeraten den Bunker zu betreten da das Untergeschoss voll Wasser gelaufen ist und es in der Zwischendecke diverse Öffnungen gibt.




Panzermauer:



(CC)