Stützpunkt Flugplatz Rye

Baupunkt 88 – Stützpunkt „Flugplatz Rye“:

Der Flugplatz Rye unweit von Gammel Rye wurde 1935 als privater Flugplatz von Gunnar Larsen, dem damaligen Direktor von F. L. Smidth & Co., angelegt. Er sollte vor allem eine schnelle Verbindung zwischen Larsens Landsitz Højkol bei Gammel Rye und Kopenhagen ermöglichen. Nach ersten Erweiterungen wurde der Platz 1938 für größere Maschinen der „Det Danske Luftfartsselskab“ zugelassen und als „Silkeborg Flyveplads“ in das dänische Streckennetz aufgenommen.

Mit der deutschen Besetzung am 9. April 1940 wurde der kleine Flugplatz von der Luftwaffe übernommen und bereits am selben Tag von deutschen Flugzeugen genutzt. Seine größte Bedeutung erhielt der Platz während der Operation „Weserübung“, dem deutschen Angriff auf Dänemark und Norwegen.
Am 22. April wurden Teile des III./KG 26 mit Heinkel He 111 in Rye stationiert. Am 28. April flogen 35 Ju 52 von Rye nach Stavanger, am folgenden Tag weitere 21 Transportmaschinen mit Treibstoff und Öl. Am 1. Mai starteten zudem Maschinen der I./LG 1 von Rye zu einem Angriff auf Norwegen.

Nach der Besetzung wurde der Flugplatz zum „Flugstützpunkt-Kommando 18/XI Rye“ ausgebaut. Es entstanden verschiedene Mannschafts- und Versorgungsbaracken, Werkstätten, ein Sanitätsunterstand, leichte Flak- und MG-Stellungen.
Der 1940 errichtete Gefechtsstand sollte den Stab bei einem Angriff aufnehmen, wurde wegen des frühen Bedeutungsverlustes des Flugplatzes jedoch nicht mehr vollständig ausgebaut. Im Jahr 1941 wurde außerdem die große Flugzeughalle aufwendig getarnt. Zudem wurde das Gelände des Flugplatzes gegen Kriegsende zu einem Stützpunkt hochgestuft und eine zweistellige Zahl an Ringständen des Typs 58c errichtet. Ebenfalls in den letzten Kriegsmonaten kamen deutsche Flüchtlinge aus den Ostgebieten nach Rye.

Nach Kriegsende wurde der ehemalige Flugplatz zu einem großen Flüchtlingslager ausgebaut. Die Zahl stieg zeitweise auf über 9.000 Menschen. Die letzten Flüchtlinge verließen das Lager 1949. Heute erinnern nur wenige Spuren an die militärische Nutzung. Das Gelände ist überwiegend bewaldet bzw. landwirtschaftlich genutzt.

Folgende Bauwerke, Einheiten und Waffen waren soweit bekannt in der Anlage vorhanden:

Schwere Waffen:– Keine
Leichte Waffen:– Unbekannt
Ringstände:13x MG-Ringstand
Munitions-Auffüllräume:1x Munitionsunterstand
Unterstände:1x Sanitätsunterstand
Gefechtsstand:1x T22 – Flugplatz-Gefechtsstand
Beobachtungsstand:1x Brandwache

Ringstand 58c:

Ringstand 58c:

Ringstand 58c:

Munitionsunterstand (erdversenkt):

T22 – Flugplatz-Gefechtsstand:

Das folgende 3D-Model zeigt den Gefechtsstand nach den vorliegenden Zeichnungen. Durch die Nachnutzung des Flugplatzes als Flüchtlingslager wurde die Aufteilung der Innenwände geändert.

Brandwache:

(CC)