Marine-Küstenbatterie 4./509

Baupunkt 13 – Marine-Küstenbatterie 4./509 „Königstein“:

Die Marine-Küstenbatterie „Königstein“, auch als „Sperrbatterie-Nord“ bezeichnet, lag nördlich des Fischerortes Løkken bei Furreby an der Westküste Jütlands. Die Stellung befand sich in der ersten Dünenreihe und damit unmittelbar an einem für eine alliierte Landung geeigneten Küstenabschnitt. Von Løkken aus bestanden zudem gute Straßenverbindungen in das Hinterland. Aus diesem Grund bestand die Gefahr, das bei einer geglückten alliierten Landung auch ein schneller Vorstoß in das Landesinnere erfolgen konnte. Deshalb waren zur Nahbereichsverteidigung an die meisten Bunker in der ersten Reihe MG-Ringstände angesetzt worden. Zusätzlich zur Sicherung des Strandabschnitts bestand die Aufgabe der 4. Batterie der Marine-Artillerie-Abteilung 509 auch darin, gemeinsam mit weiteren Küstenbatterien, Teile des als „Jammerbucht“ bekannten offenen Gewässers im Skagerrak zu sichern.


Erste Baumaßnahmen zum Aufstellen der neuen Batterie bei Furreby begannen im Herbst 1942 und dauerten bis in den Januar 1943 an. Bereits am 6. Februar 1943 waren die vier Geschütze der Marine-Küstenbatterie in ihren offenen Bettungen feuerbereit. Zum Einsatz kamen zunächst vier dänische 12cm Geschütze die zuvor in das „Flakfortet“ bei Kopenhagen eingebaut waren. Hinter den Dünen befanden sich die dazugehörigen, hölzernen Baracken für die Geschützbedienungen. Anfang 1943 umfasste die darin stationierte Besatzung der Batterie 123 Mann.

Der anfängliche Ausbau war jedoch nur eine Übergangslösung. Ab Frühjahr 1943 entstanden zahlreiche Bunker aus dem Regelbauprogramm, wovon die ersten bereits im Sommer betoniert wurden. Darunter größtenteils Mannschafts- und Munitionsbunker sowie der Feuerleitstand vom Typ M162a. Zudem vier Bunker für die Marineeigene Luftabwehr. Als letztes wurden die vier Geschützschartenstände im Sommer 1944 begonnen und bis in den Dezember 1944 betoniert.

Eine wichtige Veränderung der Bewaffnung erfolgte allerdings schon im Februar 1944. Die ursprünglichen vier dänischen 12cm Geschütze wurden durch vier deutsche 12,7cm S.K. C/34 ersetzt. Diese Geschütze konnten Ziele in einer Entfernung von bis zu 17 Kilometern bekämpfen und verdoppelten damit die effektive Reichweite der Küstenverteidigung.


Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges blieb die Batterie fester Banstandteil der deutschen Befestigung an der Jammerbucht. Zu einem Kampfeinsatz gegen eine alliierte Landung kam es an diesem Abschnitt jedoch nicht. Mit der deutschen Kapitulation im Mai 1945 endete die militärische Nutzung der Anlage.

Die heutige Situation der Bauwerke wird vor allem durch die Küstenerosion bestimmt. Seit 1945 hat das Meer an diesem Bereich knapp 100 Meter Küste einschließlich Dünen abgetragen. Dadurch sind zahlreiche Bunker, die ursprünglich in den Dünen lagen, inzwischen den Steilhang hinuntergerutscht und liegen heute offen am Strand. Einige Anlagen sind bereits vom Meer erreicht worden. So lässt sich heute am Beispiel der offen am Strand liegenden Bauten von interessierten gut ihre eigentliche Größe bestaunen.

Der folgende Kartenausschnitt zeigt den Stand des Ausbaus im Juni 1944.


Folgende Bauwerke, Einheiten und Waffen waren soweit bekannt in der Anlage vorhanden:

Einheiten:Stand 15.01.1945
– 4. M.A.A. 509
Personalstärke:Stand 15.01.1945
– Unbekannt
Schwere Waffen:Stand 15.01.1945
– 4x 12,7cm S.K. C/34
– 2x 7,62cm
– 2x 7,5cm
Leichte Waffen:Stand 15.01.1945
– 1x 8,1cm Granatwerfer
– 3x 2cm Flak
– 7x M.G. 08
– 3x l.M.G.
Schartenstände:4x M272 – Geschützschartenstand (120°) für mittlere Batterie
Geschützstände:4x Geschützstand mit offener Bettung
2x Geschützstand mit offener Bettung für 7,5cm Geschütz
Feuerleitstand:1x M162a – Leitstand für leichte Seezielbatterien
Ringstände:5x MG-Ringstand
Munitions-Auffüllräume:1x R134 – Munitionsunterstand I
1x R607 – Munitionsunterstand II
2x Munitionsunterstand für 7,5cm Geschütz
Unterstände:4x M160 – Mannschaftsunterstand für 15 Mann
1x R621 – Gruppenunterstand für 10 Mann
4x R622 – Doppelgruppenunterstand für 20 Mann
1x R675 – Kleinstunterstand für Wasserversorgung
Leichte Flak und Scheinwerferstände:2x FL242 – Einheitsgeschützstand für leichte und mittlere Flak
1x FL277 – Scheinwerferstand mit Unterstellraum für Scheinwerfer und Maschinensatz
1x L411A – Unterstand für Flakscheinwerfer 60cm

M272 – Geschützschartenstand (120°) für mittlere Batterie:

M272 – Geschützschartenstand (120°) für mittlere Batterie:

M272 – Geschützschartenstand (120°) für mittlere Batterie:

M272 – Geschützschartenstand (120°) für mittlere Batterie:

Geschützstand mit offener Bettung:

Geschützstand mit offener Bettung:

Geschützstand mit offener Bettung:

Geschützstand mit offener Bettung:

Geschützstand mit offener Bettung für 7,5cm Geschütz:

M162a – Leitstand für leichte Seezielbatterien (13407):

Ringstand 58c:

Ringstand 58c:

R134 – Munitionsunterstand I (13410):

Munitionsunterstand für 7,5cm Geschütz:

M160 – Mannschaftsunterstand für 15 Mann:

M160 – Mannschaftsunterstand für 15 Mann:

M160 – Mannschaftsunterstand für 15 Mann:

M160 – Mannschaftsunterstand für 15 Mann:

R621 – Gruppenunterstand für 10 Mann (FluWa) (13600):

FL242 – Einheitsgeschützstand für leichte und mittlere Flak:

FL242 – Einheitsgeschützstand für leichte und mittlere Flak:

FL277 – Scheinwerferstand mit Unterstellraum für Scheinwerfer und Maschinensatz (13400):


Das Foto unten zeigt die Bettung für den Scheinwerfer.

(CC)