8./261 Röbsdorf

Stabsbatterie MFla. 261 – Ugruko Nordost – Röbsdorf:

Batterie-Kommandeure:

  • Oberleutnant M.A. Böhmcker

Mit der Neuorganisation der Kieler Luftverteidigung im Jahre 1937 wurde nordöstlich von Röbsdorf damit begonnen eine Stabsbatterie für die neue Flak-Untergruppe „Nordost“ zu errichten.
Als Standort wählte man das Gelände des ehemaligen „Fort Röbsdorf“ aus. Das auf einer Anhöhe gelegene Hochwallfort vom Typ Biehler aus dem Jahre 1887/1890 war zu diesem Zeitpunkt nach den Bestimmungen des Versailler Vertrages bereits größtenteils geschleift worden.
So fand die Marine Vorort die übliche Trümmerlandschaft dieser Befestigungsanlagen aus der Kaiserzeit vor.

Auf dem unteren Foto ist ein Plan mit Grundriss und Schnitten von „Fort Röbsdorf“ zu sehen.

Die folgenden 2 Fotos zeigen das „Fort Röbsdorf“ in der Probstei vor der Schleifung.

Nach ersten Aufräumarbeiten wurden auf dem Gelände für den Stab der Flak-Untergruppe mehrere Baracken errichtet. Zudem begann man damit unterirdisch noch vorhandene Verbindungsgänge und Räumlichkeiten aus dem Kaiserreich, sofern sie nicht der Schleifung zum Opfer gefallen waren, instand zu setzen und nach zu nutzen.
Welche Teile der Anlage genau und in welchem Ausmaß einer neuen Verwendung zugeführt wurden ist nicht mehr bekannt.
Mit der Zeit entstanden im Gelände des ehemaligen Forts immer mehr Baracken und kleinere Nebenbauten wie beispielsweise 4 kleine Brunnenstuben und ein größerer Feuerlöschteich.
Zusätzlich zur Flak-Untergruppe wurde auf dem Gelände auch die Batteriebefehlsstelle einer der beiden Scheinwerferbatterien der Marine-Flak-Abteilung 261 untergebracht.

Die beiden Fotos unten zeigen das geschleifte „Fort Röbsdorf“. In diesem Zustand übernahm die Marine das Areal im Jahr 1937 und baute es erneut zu einer militärischen Anlage aus.

Etwa mittig im ehemaligen Fort entstand der Gefechtsstand der Marine-Flak-Abteilung 261.
Bereits am 22.02.1940 wurde das 3-Meter R-Gerät Nr. 56 auf dem Beobachtungsstand des Bunkers aufgestellt. Dies zeigt die frühe Ausführung des bis dato noch aus Ziegelmauerwerk errichteten Bauwerkes.
Im Jahr 1943 wurde der Gefechtsstand dann erstmalig umgebaut. Am 21.11.1943 waren die ersten Umbauten im Inneren abgeschlossen und der Gefechtsstand der Flakabteilung wieder eingeschaltet.
Mit dem Umbau sollte der Gefechtsstand auch gegen Angriffe aus der Luft besser geschützt werden. Hierfür wurde das gesamte Bauwerk mit einer Ummantelung aus Eisenbeton versehen. Zusätzlich wurden auf der Decke 2 neue Beobachtungsstände errichtet.
Im März 1944 war die Betonummantelung des Gefechtsstandes schlussendlich fertiggestellt. Zudem war der Innenausbau zu diesem Zeitpunkt zu einem Drittel abgeschlossen. Über die folgenden Monate wurde der Innenausbau immer weiter fortgeführt, so das er im August 1944 immerhin zu 75% fertiggestellt war.
Im November 1944 waren dann alle Arbeiten, ausgenommen die Gasschutzbelüftung, am Gefechtsstand fertiggestellt.

Im Jahr 1945 fanden auf dem Gelände des bereits Anfang des 20. Jahrhunderts demilitarisierten „Fort Röbsdorf“ erneut Sprengungen statt. Dabei wurde unter anderem der Gefechtsstand der Marine-Flak-Abteilung 261 nachhaltig zerstört. Die Bruchstücke des Gefechtsstands liegen heute in einem mit Trümmern übersäten Gelände.
Auch die von der Marine wieder nutzbar gemachten unterirdischen Anlagen aus dem 19. Jahrhundert sind dabei größtenteils zerstört worden.
Einige der Baracken wurden nach dem Krieg noch von Flüchtlingen bewohnt bevor auch sie letztendlich abgebrochen wurden.
Heute sind auf dem Areal noch Reste einer Grabenstreiche und einer Kasematte aus der Kaiserzeit erkennbar. Außerdem eine kleine Brunnenstube und der Feuerlöschteich aus Zeiten der Marine-Flak-Abteilung 261.


Der Lageplan unten zeigt das Gelände der Stabsbatterie am 07.05.1945.

Gefechtsstand „Sonderbau“ (freistehend):

Das 3D-Model zeigt den, nach den Plänen von Hartmut Kath, rekonstruierten Gefechtsstand.
Eine Rekonstruktion der Innenräume war aufgrund der starken Zerstörungen nicht mehr möglich.
Der Gefechtsstand der Abteilung bestand zuerst aus massivem Ziegelmauerwerk und wurde später mit einer Betonummantelung verstärkt. Hierbei entstanden auch die beiden neuen Beobachtungsstände auf der Decke des Bunkers.
Es war aus Tarnungsgründen noch vorgesehen den Bunker mit Erde anzuschütten und auf der Decke zu bepflanzen. Dies fand allerdings bis Kriegsende nicht mehr statt.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Bunker gesprengt.

Die folgenden Zeichnungen zeigen den Grundriss und mehrere Detailzeichnungen des Gefechtsstandes.

Die 3D-Ansicht zeigt den westlichen Eingang und den westlichen Beobachtungsstand.

Das Foto unten zeigt den gesprengten westlichen Eingang in den Bunker.

Die 3D-Ansicht unten zeigt den östlichen Eingang mit Flügelmauer. Links im Bild ist der östliche Beobachtungsstand zu sehen. In Verlängerung der Ziegelmauer auf der Decke des Bunkers befand sich an der Ecke noch ein Postenerker für einen zusätzlichen Beobachter.

Die beiden Fotos unten zeigen das östliche Eingangsbauwerk.

Das Foto unten zeigt Lüftungskanäle mit Gitter im östlichen Eingangsbauwerk.

Die folgende 3D-Ansicht zeigt den südlichen Eingang mit Flügelmauer.

Die folgenden 3 Fotos zeigen den südlichen Eingang mit Flügelmauer.

Die Fotos unten zeigen den kleinen Postenerker an der Südostecke des Bunkers.

Auf dem folgenden Foto sind die Reste der Ziegelmauer zwischen Treppenaufgang und Postenerker noch gut zu erkennen.

Das folgende Foto zeigt eine Panoramaaufnahme über den Ostteil des gesprengten Bunkers.

Die 3D-Ansicht zeigt den östlichen Beobachtungsstand mit Ziegelmauer und Postenerker im Detail.

Die Fotos unten zeigen die Trümmer des östlichen Beobachtungsstandes.

Das Foto unten zeigt den östlichen Treppenaufgang auf die Decke des Bunkers zum Beobachtungsstand.

Die 3D-Ansicht unten zeigt den westlichen Beobachtungsstand im Detail.

Das Foto unten zeigt in der Mitte die Seitenwand des westlichen Beobachtungsstandes. Rechts im Bild ist der zweite Treppenaufgang zu erkennen.

Die folgenden Fotos zeigen Trümmer des westlichen Beobachtungsstandes.

Das Foto unten zeigt den westlichen Treppenaufgang und den dazugehörigen Beobachtungsstand vom Bunkerinneren aus gesehen.

Das Foto unten zeigt den Treppenaufgang zum westlichen Beobachtungsstand.

Postenhäuschen:

Das Foto unten zeigt das zerstörte Postenhäuschen am Eingangsbereich innerhalb des ehemaligen „Fort Röbsdorf“.

Postenhäuschen:

Das Foto unten zeigt ein zerstörtes Postenhäuschen außerhalb der Wallanlagen des ehemaligen „Fort Röbsdorf“.

Wirtschaftsbaracke:

Die Zeichnung unten zeigt den Grundriss des Kellers der Wirtschaftsbaracke.

Das Foto unten zeigt die Reste des Kellers der Wirtschaftsbaracke.

Barackenfundament:

Auf dem folgenden Foto sind die Reste eines Barackenfundamentes außerhalb des ehemaligen Forts zu sehen.

Feuerlöschteich:

Die nachfolgenden Fotos zeigen den betonierten Feuerlöschteich im Gelände.

Auf den folgenden Fotos ist der splittersichere Unterstand für eine Feuerlöschpumpe zur Brandbekämpfung zu sehen.

Mittlerweile ist der kleine Unterstand zerstört. Das Bauwerk hat den Kräften eines umstürzenden Baumes nicht standgehalten.

Brunnenstube (erdversenkt):

Die unten gezeigte Brunnenstube wurde für die Wasserversorgung nach dem Krieg noch weiter verwendet. Insgesamt hat es im Gelände 4 dieser Brunnenstuben gegeben, wovon nur diese eine erhalten blieb.
Die Brunnentiefe betrug insgesamt 40m, das Gestänge 36m und die Wassersäule 8m.
In der Brunnenstube befand sich außerdem ein stehender Behälter für 500 Liter Wasser.

Die Zeichnung unten zeigt die kleine Brunnenstube auf dem Gelände der Stabsbatterie.

Die Fotos unten zeigen die Brunnenstube mit Pumpe und Wasserbehälter im originalen Zustand.

Kasematte „Fort Röbsdorf“:

Das kleine Bauwerk befindet sich an der Kehlseite des ehemailigen Forts. Laut Zeitzeugen soll es unter anderem von hier aus einen Zugang zu unterirdischen Anlagen aus der Kaiserzeit gegeben haben.
Heute ist das Bauwerk bis zur Geländeoberkante verfüllt und dient als etwa 2×4 Meter großer Lagerraum.